Wintergäste: Arthur Schnitzler

Leutnant Gustl



-- AUSVERKAUFT! --

 

 

Freitag, 3. Februar 2017 | 18.15 Uhr

 

Wintergäste reloaded

Arthur Schnitzler: Leutnant Gustl

 

Lesung mit André Jung

Dramaturgie/Realisation: Marion Schmidt-Kumke

 

„Die Ehre ist, objektiv, die Meinung anderer von unserm Wert, und subjektiv, unsere Furcht vor dieser Meinung.“ (Arthur Schopenhauer)

„Leutnant Gustl“ ist die Geschichte eines k.u.k. Leutnants, den in einem Konzert ein Bäckermeister beleidigt: Die Novelle mit dem Arbeitstitel „Ehre“ ist das erste Werk der deutschen Literatur, das konsequent im inneren Monolog, von Gustls Gedanken erzählt. Mit diesem Stilmittel enthüllt der Text die Absurdität des bis 1911 gültigen militärischen Ehrenkodex’ des österreichisch-ungarischen Militärs auf meisterhafte Art.

Gustls Ängste, Obsessionen, Neurosen und antisemitische Ausbrüche, aufgeschrieben aus der Innenperspektive des von Standesdünkel geprägten Leutnants, erregten Aufsehen. Dem Reserveoffizier Schnitzler wurde deshalb in einem „ehrenrätlichen“ Verfahren die Offizierscharge aberkannt.

Schnitzler traf die Schwachstelle dieses Ehrenkodex’, denn „satisfaktionsfähig" waren nur Adlige, Militärs und Akademiker – sie konnten mit der Waffe zur Rechenschaft gezogen werden. Gustl, der sich von einem einfachen Bäckermeister bedroht fühlt, kann seine Ehre nicht im Duell verteidigen, weshalb er glaubt, seine verlorene Würde nur durch einen Suizid wiederherstellen zu können.

 

Arthur Schnitzler (1862 – 1931)

„... ein ins Leben vertiefter Zweifler“ (Robert Musil)

Der österreichische Erzähler und Dramatiker gilt als einer der wichtigsten Vertreter der Wiener Moderne. Nach einem ungeliebten Studium mit Selbstzweifeln und der entmutigenden Konkurrenz zum Vater, einem Facharzt für Kehlkopferkrankungen, wurde Schnitzler zunächst Mediziner. Er widmete sich erst nach dem frühen Tod des Vaters mehr dem Schreiben. Dem Berufsethos der scharfen Beobachtung und diagnostischen Präzision blieb er auch als Schriftsteller verpflichtet.

Schnitzler schrieb einmal „Intensiv sein ist alles“ – ein Satz, der als Motto seines Lebens gelten kann. Zeitgenossen empfanden ihn als nachdenklichen Menschen, mit der Neigung, alles in Frage zu stellen – ohne dabei zu resignieren.

1897 vollendete er das Manuskript zu einem seiner bekanntesten Bühnenwerke „Reigen. Zehn Dialoge“. Es fiel der Zensur zum Opfer und kam erst 23 Jahre später in Berlin zur Uraufführung.

 

 

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Infos & Termin

 

Freitag, 3. Februar 2017 / 18.15 Uhr / FONDATION BEYELER

TICKETS                      

CHF 33 / 5 ermäßigt für Young Art Club, Art Club Mitglieder & Freunde der Fondation Beyeler /inklusive Museumseintritt. Die Ausstellung kann vorgängig besucht werden.

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