: werkraum schöpflin

Seitentitel: Lesung Wintergäste: DeLillo
 

Sonntag, 28. Januar 2017 | 11.00 Uhr

Werkraum Schöpflin, Lörrach

&

Sonntag, 28. Januar 2017 | 16.30 Uhr

Druckereihalle im Ackermannshof, Basel

 

 

Wintergäste reloaded

Don DeLillo: Der Engel Esmeralda

 

Lesung mit Vincent Leittersdorf

Dramaturgie/Realisation: Marion Schmidt-Kumke

 

Es ist eine Geschichte, in der sich beide Protagonistinnen in rätselhaften und beängstigenden Umständen wiederfinden. Es sind zwei Nonnen, die als Streetworker in der South Bronx arbeiten und ein Wunder beglaubigen: Die nächtliche Erscheinung eines ermordeten Kindes auf einer Werbetafel – der Engel Esmeralda.

Der Schauplatz ist das verelendete soziale Schlachtfeld der South Bronx. Die existenzielle Erschütterung der Nonnen wird hier mit großer Entschiedenheit, kühner Wortwahl und mit fast kalt anmutender Klarheit erzählt. Diese Erzählart verleiht der Geschichte hohe Musikalität, Rhythmus, Klang und schürt die Lust an starken, intensiven und im ganzen Körper nachhallenden Bildern.

Der Engel Esmeralda entstand 1994 und gehört zu den raren neun Erzählungen, die DeLillo bislang geschrieben hat. Er wirft darin einen präzisen, konzentrierten Blick auf unseren paranoiden Weltbetrieb in einem Handlungsbild mit exakten Stimmungen und klaren Figuren.

 

Don DeLillo [*1936]

Der Sohn italienischer Einwanderer in New York geboren, studierte Theologie und Philosophie. Sein erster Job aber war Parkwächter und später Werbetexter. In seinen Romanen spiegelt er alles, was unsere Zivilisation umtreibt: Terror, Paranoia, Kalter Krieg, Seuchen, Attentate – ein Schnellkurs in Zeitgeschichte unter Berücksichtigung der westlichen Spielart, humanistische Werte auf dem Altar des Profits zu opfern. Er wird als Orakel, Medusa und Schamane betitelt, als der oberste Chronist eines Störfalls namens Moderne.

Mit dem Schreiben begann er mit 35. Als Sohn eines Versicherungsmaklers und einer Näherin wuchs er in der Bronx auf. Inzwischen hat er ein umfangreiches erzählerisches Werk vorgelegt, wurde dafür mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und gilt, wie Philip Roth, als ewiger Anwärter auf den Literaturnobelpreis.

 

 

 




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