: werkraum schöpflin

Seitentitel: Lesung Wintergäste: Morrison
 

Sonntag, 4. Februar 2017 | 16.30 Uhr

Reithalle Wenkenhof, Riehen

 

 

Wintergäste reloaded

Toni Morrison: Gott, hilf dem Kind

 

Lisa Stiegler, Chantal LeMoign, Vincent Glander, Sibylle Mumenthaler

Dramaturgie/Realisation: Marion Schmidt-Kumke

 

Lula Ann ist ein solch tiefschwarzes Baby, dass ihre Mutter Sweetness bei der Geburt fast zu Tode erschrickt und der Vater die junge Familie auf der Stelle verlässt, weil er nicht glauben kann, dass dieses Kind von ihm ist. Sweetness erzieht Lula Ann zu Gehorsam und Unterwürfigkeit, nur nicht auffallen. Die Mutter hat den rassistischen Selbsthass verinnerlicht, ebenso wie die Angst vor Diskriminierung und Gewalterfahrungen.

Doch die heranwachsende Tochter sträubt sich gegen die verordnete Angepasstheit. Sie ändert ihren Namen in Bride, kleidet sich in provokant strahlendes Weiß, macht Karriere bei einer Kosmetikfirma, verliebt sich in einen eigenwilligen Mann und befreit sich auf ihre Weise von der Vergangenheit. Ein vielstimmiger Roman von hoher Erzählkunst und ein Buch, das Zeitgeschichte und aktuelle Politik nicht nur thematisiert, sondern zu bewegen vermag.

„Hätte Amerika eine Nationalschriftstellerin, so wäre es Toni Morrison.“ The New York Times

 

Toni Morrison [*1931]

Als leitende Lektorin bei Random House (1967 – 83) kümmerte sie sich – neben den Autobiografien von Angela Davis und Muhammad Ali – um die Förderung afroamerikanischer Literatur. Heute gilt die ehemalige Literaturprofessorin der Universität von Princeton als die große Veteranin der afroamerikanischen Literatur. 1993 erhielt sie den Literaturnobelpreis. Keine andere Autorin hat über die Jahrzehnte hin den Rassenkonflikt in Amerika so konsequent und leidenschaftlich beschrieben wie sie. Ihre Bücher sind mit großer visionärer Kraft und poetischer Prägnanz geschrieben. Ihre beeindruckende Persönlichkeit machte sie zu einem Vorbild für schwarze Schriftstellerinnen. Bis heute lässt sie keinen Zweifel daran, dass sie sich noch lange nicht in der Wirklichkeit der amerikanischen Gesellschaft eingerichtet, geschweige denn mit ihr ausgesöhnt hat.

 

 




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